Abzugeben und Zuchtstatus


Brutstatus Juli 2018:

Wichtige Infos:
•  Kein Ferienprogramm: Da ich jetzt schon wieder einen Anruf erhalten habe. Ich nehme keinerlei Tiere zur Urlaubsbetreuung auf, auch keine Hamster, Meerschweinchen oder Kaninchen, wie sie mir seltsamerweise immer wieder auch noch paarweise angeboten werden. Ist ja schön, dass die knuffigen Hoppelhäschen und sonstige putzige Nager ihr Dasein nicht alleine fristen müssen, wobei das bei Hamstern auch potentiell ins Auge gehen kann. Dennoch gibt es mir Rätsel auf, warum sich das eingebürgert hat oder ob sich da etwas zusammenbraut, von dem ich nix weiß, aber ich unterhalte doch keine Arche Noah. Zumindest nicht wissentlich. Von daher sorry, aber das geht nicht. Da werden doch meine Wellis eifersüchtig.
•  Momentan kann ich weder neue Vorbesteller noch weitere Interessenten annehmen!
•  Aktuell habe ich leider keine Jung- oder Altvögel abzugeben. Ob und wann es wieder Jungtiere gibt, kann ich zurzeit noch nicht abschätzen.
•  Beim Kauf eines Wellensittichs, bei einem Beratungsgespräch oder einer Besichtigung der Anlage bitte ich um eine vorhergehende Terminvereinbarung per E-Mail bzw. Telefon. Fahrzeuge bitte in der Einfahrt des Hauses parken ( siehe ).



26. Juli 2018:     "Juhuuu, endlich frei!"



Ferien01
"Ah, so ruhig und idyllisch. Schaut toll aus, oder? Ein schönes Plätzchen am Stand, den besten Platz weit und breit, meinen Liegestuhl nicht mit einem lumpigen Handtuch reserviert, sondern mit Stil, so wie ich das gerne mit einem Stückchen verführerischer Hirse eben mache."


Ja, die Clementine hat sich ihre Auszeit schon so lange herbeigesehnt.



Ferien02 Ferien03
"Erst ein erfrischendes Bad, jetzt der Gaumenschmaus, dann gemütlich in meinem Stuhl die Füßchen hochlegen." "Boa, schmeckt das gut. So stelle ich mir einen Urlaub vor,"


Ferien04 Ferien05
"Okay Noch andere hier? Haben die hier auch gebucht? Merkwürdig ... also gut, ein paar Gäste gehen noch in Ordnung, ist ja genug da." "Aber aber das werden ja immer mehr! hört denn das gar nicht mehr auf? Wo kommen die denn jetzt auf einmal alle her?""


Ferien06 Ferien07
"Neeeeiiin, meine leckere Hirse! Das ist meine Ich will auch noch was!" "Menno jetzt auch noch meine schöne Liege, solche ungehobelten Rabauken!"


Ferien08
"Da geht einem ja das ganze Urlaubsfeeling flöten darauf hab ich echt keinen Bock!"


Nicht nur Clementine geht hier einer ab, wenn sie sich im alljährlichen Urlaubsstress befindet, auch vielen Welli-Haltern schlägt die Urlaubszeit auf's Gemüt und das schon weit vor dem eigentlichen Urlaubsantritt.



Entspannt am Strand liegen, einen kühlen Drink in der Hand oder die unberührte Natur durchstreifen daran denken viele Urlauber schon mit ungeheurer Vorfreude, wie auch Clementine, besonders wenn die fest eingeplante Auszeit kurz bevor steht ... Moment Mal, was nur mit den kreischenden bunten Knödeln anfangen? Nachdem die Schulzeit nun endlich rum ist, die Ferien auch in BaWü begonnen haben und der Urlaub meist schon gebucht ist, fehlt nur noch ein kurzer Anruf beim Herrn Züchter. Ich freue mich prinzipiell über jede Nachricht. Doch das Thema Urlaub, welches in der Regel der physischen und psychischen Erholung vom Alltag dienen könnte, zieht da familiär leider oft ganz andere, wenig entspannte Kreise. Denn es wäre eigentlich alles paletti, wenn da nicht noch ein paar Wellis über wären, die es zu versorgen gilt.

Hartgesottene Zeitgenossen nehmen ihre Zwerge, wenn denn erlaubt, mit auf den Campingplatz, ganz schick in einem passenden mobilen Welli-Hotel. Andere wiederum vertrauen ihre geflügelten Familienmitglieder fürsorglichen Nachbarn oder Bekannten an, so können sich die Zwerge die Urlaubstage über ein wenig vom familiären Stress der letzten Tage erholen und bekommen meist auch noch den gewohnten Freiflug.

Doch was tun, wenn man keinen passenden Sittichsitter zur Hand hat und man auf seinen Schützlingen sitzen bleibt? Im Handgepäck mitschmuggeln? Wird ein wenig eng und stickig für die Zwerge Nein, das ist absolut nicht empfehlenswert! ... Futter und Wasser für zwei Wochen in den Käfig stecken? Nein, auch keine gute Lösung. Da kann immer was schief gehen! ... Die Nachbarskatze! ... Herrgott noch mal, nein! ... Hah, dann der Herr Züchter, der ist doch super tierlieb und kann gar nicht nein sagen ... und der hat doch schon so viel Wellis! Ähm ... von wegen ... dieser sagt auch "Nein"!

Das gibt's doch nicht, lauter Neins Tja, nun befinden sich einige Familien in einer Zwickmühle und sind verständlicherweise durch den Wind wie es mit den Tieren denn nun weitergehen soll. Wenn es um den gebuchten Urlaub geht, dann hängen bei manchen Haltern die Herzen weniger an den kleinen Federbällchen als dem herbeigesehnten Feriendomizil. Verzweifelte und kopflos agierende Vertreter der menschlichen Gattung ziehen ihrer Wellensittichhaltung dann gerne mal spontan den Stecker, wenn der Druck auf den Schultern zu groß wird oder diese den Wellensittichen überdrüssig werden. Oft stecken hierbei ganz andere Faktoren dahinter, welche auf die vermeintlich lästigen Wellensittichen projiziert werden, die dann urplötzlich zum fünften Rad am Wagen mutieren. Denn schon lange interessieren sich die Kinder, für welche die Wellensittiche eigentlich angedacht waren, nicht mehr für die quirligen Vögelchen. Die Erziehungsberechtigten sind mit den Nerven durch, weil sie schon monatelang die kleinen Scheißerchen gewissenhaft hegen und pflegen und natürlich gegenüber ihren Kindern mit gutem Vorbild vorangehen möchten. Nicht, dass es nur Wellensittichen mit Familienanschluss so geht, auch Wellis in Singlehaushalten haben es hier oft nicht besser, wenn sie zur Belastung werden. Ein Urlaub kommt dann gerade recht für den letzten Tropfen, der das Fass letztendlich zum Überlaufen bringt.

Was kann man also tun? Das Käfigtürchen offenlassen und mal kräftig das Zimmer lüften. Kommt mir leider ungewollt immer noch allzu häufig zu Ohren. Als Liebhaber australischer Krummschnäbel wäre ich natürlich sofort dafür zu haben, auch in Deutschland eine freilebende wilde Wellensittichpopulation zu etablieren Wellensittiche, die vergnügt an Gräsern saftig grüner Wiesen knabbern, kühles kristallklares Wasser aus Pfützen schlürfen, mit diversen Raubtieren vergnügt ringelreih in den Sonnenuntergang tanzen. Man, klingt das verlockend, beinahe wie ein Traum. Nur Leider stehen Traum und Wirklichkeit hier aber ziemlich konträr zueinander. Denn wer seinen Wellensittich in die käfiglose Freiheit außerhalb seines Hauses entlässt unterzeichnet hiermit wissentlich dessen Todesurteil. Ich sehe fast jeden Sommer Wellen-, Nymphensittiche, Kanarienvögel oder Agaponiden durch die Gegend sausen, oftmals verzweifelt nach anderen Kumpanen rufend. Was ich eigentlich damit sagen will, zeigen die folgenden beiden Wellensittiche, denn nun packt der Märchenonkel anlässlich aktueller Ereignisse schon wieder ein paar olle Kamellen aus.

Zweimal unterschiedliche Damen, einmal dasselbe Schicksal. Erst im Sommer 2004, dann nochmal ein Jahr darauf. Als ich meine Wellensittiche noch außerhalb des Hauses untergebracht hatte, waren diese nicht nur Magneten für wildlebende Raubtiere, die sich beim Anblick der vermeintlich leichten, aber gut gesicherten Beute genüsslich mit ihren Zünglein über ihre befellten Mäulchen leckten, auch ausgesetzte Wellensittiche orientierten sich an ihren munteren Kumpanen. Und so kam es, dass 2004 ein blaues Gelbgesicht an meiner Außenvoliere klebte und vergeblich versuchte zu den Wellensittichen hinein zu gelangen. Entwischte Zwerge einzufangen ist ungemein schwierig, fast Glückssache, wenn man nicht gerade ein sehr zutrauliches oder geschwächtes Exemplar erwischt. Die ausgehungerte blaue Dame ließ sich mit einem Netz gut einfangen. Die weiße Albinodame ein Jahr später verirrte sich hingegen in einem der Voliere nahegelegenen Gewächshaus, wodurch ich sie leicht fangen konnte. Da die beiden Weibchen leidenschaftliche Fußringträgerinnen waren, konnte ich recht schnell Kontakt zu ihren ursprünglichen Besitzern aufnehmen. Bei Sofia war ich noch sehr euphorisch, dass ich einen Wellensittich in sozusagen freier Wildbahn gefangen hatte und ihn unversehrt an seine Besitzerin zurückgeben könnte. ... wie naiv ein Mensch sein kann realisierte ich erst, als sich das Ereignis bei Hedwig wiederholte. Ja, damals stand ich ganz schön auf der Leitung, da ich bis dato so ein menschliches Verhalten in meinem Universum noch nicht kannte. Aber auch ich habe mich dann zumindest ein klein wenig unfreiwillig weiterentwickelt. Denn Sofia wurde verleugnet, während Hedwig Opfer einer gezielten Freilassung zur Urlaubszeit wurde. Beide Besitzer waren sich sicher, dass ihre Wellensittiche es nicht schaffen und sich die Problemchen somit ganz von alleine erledigen würden. Zwei Besitzer, ein perfide geschmiedeter Plan. Denn es ist normalerweise auch so, dass kaum ein Wellensittich längere Zeit in der unserer Wildnis überleben kann. Zu groß sind die Gefahren außerhalb seiner geschützten Umgebung. Ob Marder, Katzen, Greifvögel, die Welt da draußen ist böse für einen untrainierten Haussittich. Hinzu kommen noch krankmachender Wildvogelkot und besonders aktuell die Gefahr durch einen Hitzschlag. Denn auch wenn es sich um Australier handelt und diese doch die extrem heißen Temperaturen mit Leichtigkeit aushalten müssten, so ist das selbst für die wilden Verwandten in Down Under ein täglicher Kampf ums Überleben. Aber auch das kühle Nass kann den Wellis zum Verhängnis werden, können diese darin auf vielfältige Weise ertrinken oder deren Gefieder saugt sich wie ein Schwamm voll, womit sie zur kinderleichten Beute mutieren. Bevor die eingefangenen und möglicherweise kontaminierten Wellensittiche mit anderen zusammengeführt werden, sollte man sie einer mindestens zweiwöchigen Quarantäne unterziehen und den Kot auf Parasiten, Bakterien und Pilze untersuchen lassen. Während Sofia in meinem Schwarm ihr Glück mit ihrem Mann Erwin gefunden hatte, wenn zumindest Sofia auch kükenlos blieb, war Hedwig immer ein recht zurückhaltender, aber besonders sozialer Wellensittich, der andere Paare während der Koloniebrut hilfsbereit unterstützte und sich liebend gerne um fremde ausgeflogene Küken oder meine Handaufzucht Flip gekümmerte.



Ferien09 Ferien10
Nachdem klar war, dass die Damen von nun an ein zu Hause bei mir erhalten würden, haben sie auch Namen bekommen. Im Nachhinein eigentlich wenig feinfühlig nannte ich die das dunkelblaue Gelbgesicht wie ihre ehemalige Halterin, die sie hat fliegen lassen ... Sofia ... ... und den schneeweißen Albino, wie könnte es auch anders sein, im Anflug geistiger Umnachtung einer kreativen Namensgebung ... Hedwig ... sehr schön. Aber die Namen kratzten die beiden Mädels sowieso nicht. Diese waren einfach nur froh, im Schwarm untergekommen zu sein.


Ich helfe wirklich gerne weiter, wo ich kann. Doch kann ich keine Tiere jeglicher Art zur Ferienbetreuung aufnehmen. Ebenso nehme ich keine Abgabevögel an, die bei mir ihr letztes Gnadenbrot erhalten sollen ... wobei, dann hätte ich womöglich bald unzählige brutbereite Wellis ... Ähm ... ein letztes Mal ein Nein für heute. Denn ich bin ganz froh, dass sich sich sowohl mein Mini-Schwarm als auch die wenigen Küken so leicht händeln lassen. Wer hier Fragen bezüglich einer Ferienbetreuung ohne meine Wenigkeit hat, kann sich gerne an mich wenden. Denn die Knirpse einfach frei zu lassen ist keine gute Lösung. Aber das gilt bekanntlich für alle Haustiere, betrifft dieses Thema ja nicht nur Wellensittiche und anderes Geflügel.

Zum Schluss wünsche ich allen potentiellen Urlaubern noch entspannte und erholsame Tage.